Klappentext: Florenz, 1469. Die Zeiten, als Cosima Bellani
von Männern umschwärmt wurde, sind vorbei. Die Schönheit der alternden
Kurtisane beginnt zu schwinden – und sie fürchtet um ihre Zukunft. Als die
junge Adlige Simonetta sie in Liebesdingen um Rat bittet, hat Cosima eine
verheißungsvolle Geschäftsidee: Sie will fortan Kosmetik herstellen, denn der
Handel mit Pulver und Salben, Bleiweiß und Lippenrot floriert. Simonetta wird
mit ihrer Hilfe zur schönsten Frau von Florenz – nicht nur der einflussreiche
Giuliano de Medici, auch der aufstrebende Maler Sandro Botticelli liegen ihr zu
Füßen. Doch dann bricht ein erbitterter Machtkampf um die Stadt aus und Cosima
und Simonetta werden in eine Intrige verwickelt. Bald handeln sie nicht nur mit
erlesenen Schönheitsrezepturen, sondern auch mit Geheimnissen …
Die erste Hälfte des Buches hat mich sehr gecatcht. Simonetta
dabei zu begleiten, wie sie zur belächelten Ehefrau zur schönsten Frau in
Florenz wird war sehr spannend und interessant. Leider verlor ich das Interesse
in der zweiten Buchhälfte. Der Spannungsbogen war nur noch abgeflacht vorhanden
und die Handlung hat mich auch nicht mehr überzeugt.
Auch die charakterlichen Entwicklungen der Protagonisten war
eher negativ zu betrachten: Simonetta wurde mir zu eitel, Cosima zu habgierig,
Giuliano zu hochnäsig und Sandro war eher ein kleines Licht. Klar stützt sich
die Geschichte auf den aufgezählten Eigenschaften der Figuren, doch meiner Meinung
nach wirkte das Ganze zum Teil ziemlich überspitzt und hatte fast Karikatur-Charakter.
Dennoch schaffte es die Autorin, das historische Florenz
wieder aufleben zu lassen und das Kopfkino mit Details zu bestücken ohne langatmig
zu werden. Der Schreibstil ist einfach und bildreich und man kommt sehr gut in
die Geschichte rein. Die Besetzung des Buches mischt sich aus fiktiven und
realen Figuren, was die Abläufe und die Beziehung realistischer macht.
Alles in allem ein netter historischer Roman, der mich in der
zweiten Hälfte eher an eine historische florentinische Soap erinnert.
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