!!! Triggerwarnung!!!
Dieses Buch behandelt Themen wie Fehlgeburt,
Verlust eines Kindes, Adoption, Depression, Suizid! Leider fehlt genau diese
Warnung im Buch, weshalb ich sie meiner Rezension voranstelle.
2000: Luke wurde adoptiert und suchte nach seinen leiblichen
Eltern, die er auch gefunden hat. Alice, seine Mutter, wird sehr schnell in
seine kleine Familie integriert und übernimmt die Betreuung seines Sohnes. Doch
nicht nur bei ihm reißt das Kennenlernen Wunden auf und die Geschichte nimmt
eine tragische Wendung.
1972: Die Kunststudentin Alice lernt den jungen Sängern Jacob
kennen. Sie soll für seine aufstrebende Band das Albumcover gestalten. Daraus
entwickelt sich schnell eine stürmische innige Liebe und Alice und Jake werden
unzertrennlich. Auch als sich das Leben versucht, dem jungen Paar in den Weg zu
stellen. Doch kommen sie auch gegen die Dämonen der Vergangenheit an?
Das Buch beinhaltet eigentlich zwei Geschichten: Die von
Luke im Jahre 2000 und die von seiner Mutter Alice im Jahre 1972. Abwechselnd
erzählt die Autorin aus beiden Epochen bzw. beiden Leben und fügt die
Mutter-Sohn-Gesichte Stück für Stück zu einem ganzen Bild zusammen, bis es am
Ende zu erkennen ist. Dabei muss ich gestehen, dass mich Alice´ Perspektive
mehr gefesselt hat. Sie ist eine starke Protagonistin mit einem schillernden
Charakter und einem bewegten Leben. Luke und sein Leben wirken daneben eher
blass und gar langweilig. Auch die Gefühlslage von Luke kam bei mir gar nicht
richtig an, während mich Alice´ Emotionen zum Teil sehr arg mitgenommen haben. Gegen
Ende des Romans musste ich diesen sogar weglegen, weil es mich zu sehr mitgenommen
hat.
Der Schreibstil der Autorin war fesselnd und ich rutschte
flüssig durch die Geschichte. Sie hauchte den Charakteren so viel Leben ein,
dass man denken könnte, die Protagonisten hat es alle wirklich gegeben. Die
Schauplätze werden so detailliert beschrieben, als wäre man direkt da. Beim Lesen
stellt sich auch genau das passende Feeling dazu ein. Vor allem in dem Vergangenheitspart
gelingt es der Autorin, die 70er wieder zum Leben zu erwecken und das
Lebensgefühle des jungen Paares und deren Freunde zum Leben zu erwecken. Das wiederum
weckte in mir eine gewisse Sehnsucht. Das führte leider dazu, dass Lukes Part dagegen
verblasste und geradezu öde daherkam. Ich ertappte mich dabei, wie ich die Kapitel
überflog um dann wieder zu Alice´ Geschichte zu gelangen. Nur gegen Ende wurde
es bei Luke auch richtig spannend und gewann als Figur mehr an Farbe und
Kontur.
Alles in Einem war es ein sehr emotionaler und spannender
Roman, der aber nichts für schwache Gemüter oder Betroffene ist. Leider hat
sich weder der Verlag noch die Autorin die Mühe gemacht, eine Triggerwarnung im
Buch zu hinterlassen. (beim Lyx-Verlag z.B. mittlerweile Gang und Gebe), weshalb
ich eine meiner Rezension vorangestellt habe, ohne zu Spoilern.
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