Montag, 20. April 2026

Der freche Rabe sorgt für lustigen Vorlesespaß


Der kleine Rabe Socke hat sich mit seinem Freund Löffel in der Wolle und seine vorlaute und sture Art sind ihm da leider keine große Hilfe...

Ich war schon vor dem ersten Vorlesen gespannt, wie sich der kleine freche Rabe in einem Comic macht und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Auch wenn es eine andere Art vorlesen ist, als bei einem Fließtext, war es doch eine super Erfahrung, die allen gefallen hat. Unter anderem konnte man so sehen, wer was spricht und entsprechend die Stimme ein bisschen anpassen (Eddi-Bär gelingt mir dabei am Besten 🤣). Außerdem ist es so sehr gut möglich, den Nachwuchs mit einzubinden und sich in Ruhe die Bilder anzusehen und die Hintergrund-Handlungen mit zu verfolgen (Fr. Dachs sucht bestimmt immer noch ihre Decke 🤣). Wie man sich beim kleinen Raben Socke vorstellen kann, waren die Dialoge wieder sehr lebendig und voller frecher, z.T. erfundener aber allemal lustiger Aussagen.

Für jeden Rabe-Socke-Fan ist es ein sehr schöne Lektüre!

Donnerstag, 16. April 2026

Spannende Geschichte für Kinder



Connis neues Buch ist da und wir begleiten sie auf ein spannendes Abenteuer mit ihren Freunden und den verletzten Kranich namens Klaus. Er benötigt Hilfe und Conni und ihre Freunde fackeln nicht lange...

Meiner Tochter hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist ein großer Fan von Conni und kann sich in der Geschichte auch wieder ganz toll mit ihr identifizieren. Sie war total gefesselt und fand auch einige Szenen lustig (z.B. das Kissen, was aus dem Fenster fliegt).
Mir hat das Vorlesen ebenfalls großen Spaß bereitet, auch wenn ich bei einigen Namen etwas gestolpert bin. Zudem fand ich Connis Verhalten nicht immer ihrem Alter entsprechend, eher wirkte sie in manchen Szenen älter, als sie in dem Buch eigentlich ist. Das machte für mich manche Szenen unrealistischer, tat aber dem (Vor-)Lesespaß keinen Abbruch!
Wir immer ist die Geschichte in Text und Bild sehr gut umgesetzt und der dazugehörige Kinofilm, der im Sommer rauskommt, verspricht richtig gut zu werden. Wir werden ihn uns auf alle Fälle ansehen und bis es soweit ist, wird das Buch eben nochmal gelesen und nochmal und nochmal ...

Sonntag, 12. April 2026

Hinter den Kulissen einer Tradwife


Laut dem britischen Vogue-Magazin könnte es "....einfach das beliebteste Buch des Jahres sein." Doch was steckt hinter dem "Tradwife"-Thriller von Caro Claire Burke? Was man weiß ist, dass es ihr Debüt-Roman ist. Laut Informationen von Vogue UK hat sich Amazon bereits die Rechte für eine Verfilmung gesichert. Doch um was geht es konkret? Die Story handelt von der Momfluencerin Nathalie, 32 Jahre alt und mit dem sechsten Kind schwanger. Zusammen mit Ehemann Caleb lebt sie auf einer Farm und Millionen von Followern begleiten sie bei ihrem Leben, der aus Kindererziehung, Farmleben, Kochen und Backen besteht. Scheinbar lebt sie den Traum aller American Girls. Doch die Fassade bröckelt. Und eines Morgens wacht sie zwar auf ihrer Farm auf, aber im 19. Jahrhundert - ohne modernen Backofen, Mikrowelle, Waschmaschine und vor allem ohne Smartphone und Social Media. Das verkraftet sie nur schwer... 


Ich muss sagen, das Buch hat mich wirklich wahr gefesselt. Das liegt zu einem an Nathalie. Sie selbst ist weit entfernt von der sympathischen und aalglatten Protagonistin. Schon früh wirkt die streng gläubige und konservative Christin exzentrisch und teilweise berechnend. Sie selbst sieht sich als gottestreue Dienerin und über allen anderen Mitmenschen stehend. Um es sich und ihren Mitmenschen zu beweisen, setzt sie alle Hebel in Bewegung, um an ihr Ziel zu kommen ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie Caleb kennenlernt und ihn heiratet, kommt ihr gerade recht, dass er der jüngste Sohn eines einflussreichen Politikers ist. Mit dem Geld von Schwiegerpapa kauft sie die Farm und lässt dabei kein gutes Haar an Caleb, sie hält ihn sogar für dumm. Aber sie nutzt ihn für ihre Zwecke und auch später für ihr Business. Echte Liebe und Zuneigung hegt sie nicht für ihn, stattdessen hält er als ihr Cowboy her, der ihr viele Kinder macht. Dass das alles nur Fassade ist, wird dem Leser schnell klar. 

Das Buch selbst verläuft in verschiedenen Zeitebenen. Anfangs in der Gegenwart, wo auch unsere Geschichte beginnt. Da steckt sie mitten in ihrem Social-Media-Life und ihre Fassade bekommt erste Risse. Dann wechselt der Erzählstrang in die Vergangenheit. Einmal erleben wir, wie Nathalie im 19. Jahrhundert erwacht und gar nicht zurecht kommt (logisch!) und in ihrem Erlebnis nach der Prüfung Gottes sucht und Caleb, der roher daher kommt und scheinbar den Hof und die Familie fest im Griff hat. Natürlich fragt man sich, wie sich das in einer sonst real formulierten Story ergibt und die Auflösung dieser Frage ist ein absoluter Plottwist und führt alle Erzählfäden am Ende zusammen. 

Nebenbei erfahren wir mehr von Nathalies Herkunft, die Anfänge ihrer Ehe mit Caleb, ihrem ersten Kind und wie sie sich Stück für Stück ihr Business aufbaut. Das war mit der spannendste Teil, denn Nathalies Entwicklung verläuft keinesfalls positiv. Sie ist bereit alles für den Ruhm und die Anerkennung im Netz zu tun, kümmert sich nur mäßig um die Kinder und behandelt ihr Personal (zwei Nannys und ihre Content Creator) eher schlecht und mit Verachtung. Verachtung empfindet sie überhaupt für jeden Menschen außer für sich selbst. Sie rümpft die Nase über jeden in ihrer Familie, ja auch über ihre Kinder, sie schimpft und beleidigt innerlich ihre Follower und überhaupt hält sie sich für die Beste. Sie selbst sieht sich als absolut gläubige und korrekte Christin und präsentiert sich auch so, aber handelt überhaupt nicht so, flucht sehr viel und denkt, dass Gott ihr verzeiht, weil sie ja im Recht ist und über allen steht. Das hinterlässt natürlich einen faden Beigeschmack, aber macht sie als Charakter aus so spannend und interessant. Das führt aber auch dazu, dass nach ihrem Höhenflug der tiefe Fall folgt. Dabei zeichnet die Autorin ein Worst-Case-Szenario und zerstört Nathalies Leben komplett, egal ob sozial, familiär, karrieretechnisch oder gesellschaftlich. Und was bleibt am Ende? Das muss man schon selbst lesen. 


Anfangs hatte ich ja die Vogue UK zitiert und ich muss sagen, sie könnte recht haben. Das Buch hat es wirklich in sich. Vor allem, wenn man auch die Debatte um die sogenannten Tradwifes und Momfluencerinnen verfolgt. Außerdem hat mich das Buch an den realen Fall der Ruby Franke erinnert, einer Momfluencerin aus Amerika, die vor ein paar Jahren wegen Kindesmisshandlung zu vier aufeinanderfolgenden Haftstrafen von jeweils einem bis 15 Jahren verurteilt wurde. Ob sich die Autorin daran angelehnt hat, ist mir leider nicht bekannt. Dennoch ist dieser Thriller mit diesem aktuellen gesellschaftlichen Thema ein absolutes Must-Read.