Donnerstag, 15. Oktober 2026

Stimmiger Feel-Good-Roman

 


Die Hauptprotagonistin Lena ist mitten aus dem Leben geschrieben worden. Ihr Mann hat eine Neue und nach knapp zwei Jahrzehnten mit ihrer Familie sind ihre Kinder aus dem Haus zum Studieren. Nun beginnt ihr Leben von vorne und sie muss sehen, dass sie das Beste daraus macht. Und wo kann man das besser umsetzen als in der spanischen Sonne.

Das Rad hat die Autorin nicht neu erfunden. Geschichten um betrogene Ehefrauen, die einen Neuanfang wagen, gibt es zuhauf. Aber dennoch lieben wir sie alle, denn wer begleitet Menschen nicht gern bei einem Neuanfang? Gerade Lena mochte ich sehr gerne, denn sie ist eine wirklich liebe und herzliche Figur. Und ihren Mut, nach der Trennung von ihrem Mann neu zu beginnen, bewundere ich sehr.

Die Autorin hat ihre Geschichte ganz wunderbar erzählt und nichts scheint aus der Luft gegriffen zu sein, sondern es wirkt alles realistisch und plausibel. Die einzelnen Handlungen sind stimmig miteinander vernetzt und dazu noch das sonnige Setting… besser kann man meinen Feel-Good-Roman nicht schreiben.

Das Cover passte ebenfalls zum sonnigen Gemüt der Story und ich freue mich schon auf die weiteren Bände der „Orangenblütenträume“.

Gelungene Fortsetzung, die es aber nicht gebraucht hätte

 


In der Fortsetzung von „My tears will dry“ kehren wir zurück auf die Hunter-Ranch und erleben Lucy Hunter als stolze Mutter und Ehefrau. Da wo eigentlich das Happy End warten sollte, wird Lucy von ihrer Vergangenheit heimgesucht und als sie noch auf die Verlobte von ihrem verstorbenen Schwager Liam trifft, gerät ihre ganze Gefühlswelt außer Kontrolle.

Ich war überrascht, dass es mit Lucy und Jesse weiter ging. Ich hätte vermutet, dass ein anderes Paar die Hauptrolle übernimmt. Nach dem ersten Teil hätte ich jetzt keine Fortsetzung gebraucht. Leider konnte ich auch mit der Hauptthematik nicht viel anfangen oder mich gar sehr in Lucys Gedankengänge hineinversetzen. Deshalb konnte mich das Buch leider nicht so richtig in den Bann ziehen.

Ich fand aber die gemeinsamen Szenen mit Jesse toll und die Liebe der Beiden ganz innig. Das erinnerte mich an die Beziehung zwischen meinem Mann und mir! Auch die Momente mit ihrer Tochter fand ich gut beschrieben und realistisch dargestellt. Ich bin selbst Mutter einer 6-jährigen Tochter und konnte diese Momente sehr gut nachvollziehen.

Die Nebencharaktere haben sich gut ins Bild eingefügt und das Setting selbst ist eh absolut atemberaubend und gerne habe ich mich jetzt im Frühherbst, als ich das Buch gelesen hatte, dahin geträumt.

Alles in allem war eine Fortsetzung, die es nicht gebraucht hätte und die mich von der Thematik leider nicht abgeholt hatte, aber von der Umsetzung her gut gemacht war. Ich bin eher auf Band 3 gespannt!

Sonntag, 11. Oktober 2026

Die sanfte Wucht des Papierfliegers


Das Buch beginnt da, wo viele anfangen: Im Ort der Kindheit und Jugend. Auch unser Protagonist ist gezwungen, sein aktuelles Leben hinter sich zu lassen und zurück nach Hause zu kommen, da der Vater erkrankt ist und zum Pflegefall wird. Während er zusammen mit der Mutter dem Vater beisteht und alles in die Wege leitet, fühlt er sich beengt und gefangen in seiner Situationen.

Das doch recht dünne Büchlein lässt sich eigentlich so ganz gut zusammen fassen. Den Namen des Protagonisten kennen wir nicht, autobiographische Züge lassen sich erahnen. Er hilft dem pflegebedürftigen Vater und vermisst dabei sein freizügiges Leben als freier Autor. Oft nimmt er einen gedanklich mit in die Vergangenheit voller verlorener Beziehungen, Partys und willkürlichen Ortswechsel. Dann wiederum begleiten wir ihn bei der anspruchsvollen Pflege des Vaters und den Versuch, in seiner jetzigen Situation ein wenig Freiheit zu gewinnen. Dabei bekommt man als Leser auch mit, dass er eine Art Blockade hat und mit seiner Kunst in einer Art Sackgasse fest steckt. Doch die Situation bringt ihn dazu neu zu denken und auch sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Der Einstieg in das Buch hat mir gut gefallen, auch die poetische Schreibweise des Autor hat mich abgeholt und wie er zum Thema Sterben und Tod steht, hat mich an mich selbst erinnert. Aber der Protagonist selbst war mir nicht wirklich sympathisch. Er ist mir zu sehr Freigeist und findet sich in einem strukturierten Alltag schwer zurecht. Was an sich nicht schlimm ist, aber die Art und Weise wie er über sein Leben denkt und was für Prioritäten er setzt, geht mit meiner Einstellung nicht ganz konform. Auch kann ich seine "Leiden" und Handlungen nicht ganz nachvollziehen. Auch seine Art und Weise, wie er sich selbst wahr nimmt, kam bei mir nicht ganz so gut an. Das Ende hat mich auch unbefriedigt zurück gelassen.

Was der Titel nun mit der Handlung zu tun haben soll, ist mir leider auch schleierhaft. Alles in allem war es leider ein Lektüre, die trotz positiver Erwartungen nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat. Leider