Sonntag, 3. Mai 2026

Eine spannende Zeitreise ins frühe Frankfurt


Marie Fuchs ist die Tochter eines Fabrikanten. Doch in der Firma läuft nicht alles rund, denn die Arbeiter(innen) demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen. Marie ist fasziniert und mischt sich unter die Arbeiter*innen mit Folgen...

Marie ist ein starke Protagonistin, die sehr wohl behütet aufwächst und im Laufe der Geschichte immer mehr ihr goldene Bubble hinterfragt und über sich hinaus wächst. Die Entwicklung wurde von der Autorin sehr schön beschrieben und realistisch dargestellt. Auch die zarte Liebesgeschichte hatte ihren Raum sich zu entwickeln und dennoch nicht zu viel Raum eingenommen. Nebencharaktere wie Maries Opa und das Tantchen haben die Strukturen aufgelockert und für Schmunzeleien gesorgt.

Der gesamte Schreibstil war flüssig und der Geschichte gut angepasst. Es wurden für genug spannende Momente gesorgt, was dieses Buch zu einen Pageturner machte

Samstag, 2. Mai 2026

Weiblichkeit und im Auge der Kunst




Was für ein Buch! Als Frau und junge Mutter habe ich mich viel in Sophies Gedanken und den im Buch vorgestellten Werken wieder gefunden. 
Sophie ist eine Künstlerin Anfang 30, die ein Junggesellinnen-Abschied auf Griechenland feiert. Während sie mit dem Kinderwunsch ihres Partners Greg hadert, lebt sie das erste Mal ihre weibliche Lust voll aus und zwar mit dem Tavernenbesitzer Ky. Diese Momente gingen für mich unter die Haut. Es war nicht nur der Akt an sich, sondern auch das, was die Autorin zwischen ihnen beschrieben hat: die kleinen Gesten und Augenblicke. Dann sind da noch die elitären Freundinnen, zu denen Sophie unterschiedliche Verbindungen hat. Auch diese sind komplex und überschattet von Luxus, Erfolg und Neid. Das ist aber nicht ganz greifbar, sondern schimmert immer wieder so zwischen den Zeilen durch. Das hat es interessant gemacht und nicht eindeutig greifbar. Alkohol und Drogen werden mit einer Art Gleichgültigkeit konsumiert, was die (erzwungene) Leichtigkeit dieses griechischen Sommers nur mehr unterstreicht, aber auch die Dekadenz des Ganzen hervor hebt. 
Die jeweiligen Partner der Freundinnen - allen voran der Bräutigam - werden nicht ganz ins rechte Licht gerückt. Laut der Autorin stehen sie dem Feminismus im Weg und schränken die Frauen in ihrem Tun und Plänen ein. Nur Ky ist derjenige, der Sophie Energie gibt und ihren Freigeist supported. 

Neben den ganzen Themen hat Kunst einen hohen Stellenwert. Zwischen den Kapiteln betrachtet die weibliche Ich-Figur Gemälde von weiblichen Künstlerinnen und philosophiert über deren Schaffen zwischen Künstlertum und Mutterschaft. Die Gemälde gibt es übrigens wirklich und ich habe sie gegoogelt um die Stimmung, die zwischen den Zeilen herrscht, mit einzufangen. 

Das Buch ist ein literarisches Meisterwerk, was viele Frauen, gerade im meinen Alter, abholt. Es geht zentral darum, sich zwischen Ehe und Mutterschaft nicht selbst zu verlieren, denn diese Angst haben viele Frauen und hatte auch ich. Ja es ist Arbeit, bei sich zu bleiben und jede Frau muss da ihren eigenen Weg gehen. Und solange nimmt einen das Buch mit nach Griechenland zwischen kulinarischen Feinheiten, kaltem Wasser und trunkener Atmosphäre. 
 
        

Dienstag, 21. April 2026

Netter Urlaubsroman

 



Rosa möchte etwas Neues wagen und schließt sich mit ihrem Akkordeon der Shanty-Gruppe „Die Deichperlen“ an. Das führt nicht nur zu neuen Freundschaften, sondern sie begegnet in der Hafenkneipe auch einem Mann, der Gefühle in ihr weckt…

Der Roman spielt an der Nordsee. Ich bin ein großer Fan von dieser Art von Setting. Das gibt einem beim Lesen ein ganz eigenes Gefühl. Rosa selbst ist sympathisch, wirkt auf mich teilweise aber zu weich vom Charakter her. So von den Kompetenzen her hat sie wirklich was drauf, aber die Art und Weise, wie sie sich durch die Geschichte bewegt, hat mich nicht wirklich angesprochen. Die Liebesgeschichte an sich konnte sich gut entwickeln und hat auch ihren angemessen Rahmen erhalten. Was ich gut fand war, dass die sich bildenden Freundschaften zwischen den Shanty-Frauen auch nicht zu kurz kamen. Das rundete das doch recht kleine und kurzweilige Büchlein ab.

Der Schreibstil ist dem Genre passend romantisch und seicht. Es passt und man fliegt auch gut durch das Buch.

Eine nette Urlaubslektüre mit vielen Gefühlen.