Der Klappentext gibt nicht viel her, aber in diesem Buch steckt so viel, dass man es nicht weg legen kann:
Es geht einerseits um Cato, die mit ihre zwölfjährigen Tochter vor ihrem Ehemann flieht. Dann geht es um Aletta, die vor Jahrhunderten vor ihrem Verlobten flieht, um ein neues Leben im Nachbardorf aufzubauen und dann geht es um Elias, Catos Enkel, der die Faust gegen eine Mitspielerin erhoben hat und im Sommer zu seiner Oma flieht. Die drei Geschichten sind eng miteinander verwoben und Cato ist diejenige, die u.a. dank eines alten gewebten Teppichs die Fäden zusammen führt und damit sich, ihrer Tochter und schlussendlich ihrem Enkel hilft.
Die Autorin schreibt ganz wunderbar und einfühlsam und hat für jede Perspektive ein eigene Melodie beim Schreiben, wobei Alettas schwermütig ist, Catos auch anfangs, bis sie schneller und lebendiger ist und Elisas´ würde ich mit Rockmusik vergleichen. Erst geht es in Richtung Metal, dann beruhigt es sich und wird zur Ballade. Klingt komisch, aber so lassen sich die Stimmungswechsel der einzelnen Geschichten, die am Ende doch teil des ganzen Großen sind, beschreiben. Auch die Figuren führen einen Wandel durch: Altetta wird zur frommen jungen Frau zur Kämpferin und findet trotz aller Hürden und Gewalt ihr Lebensglück, Cato ist das stille Mäuschen, die nach der Flucht mit ihrer Tochter wieder zu ihrem starken und kreativen "Ich" findet und Elias, der ewig wütende Teenager, der seine Fehler erkennt und sich Hilfe suchen möchte. Es war spannend zu verfolgen und interessant zu lesen, wie sich am Ende die einzelnen Fäden zusammen finden.
Zwischen den drei unterschiedlichen Perspektiven gab es noch ein paar kursiv gedruckte Kapitel, wo eine unbekannte Frau auf der Flucht vor einem ebenfalls unbekannten Mann ist. Die Identität Beider wird im Buch nicht geklärt. Mutmaßungen stehen im Raum, aber der Rest ist der eigenen Fantasie überlassen.
Das Buch ist mein erstes Highlight aus der Literatur und ich habe vor, noch mehr von der Autorin zu lesen.