Donnerstag, 5. März 2026

Absolut fesselnd und herzergreifend




Arvelle verdingt sich als Beschützerin von reichen Leuten, deren Leben durch andere in Gefahr ist. Nach einem Auftrag läuft sie vor ihrer Haustür einem Vampir in die Arme, mit dem sie einen Handel abschließt um ihre Brüder versorgen und den Kranken der Beiden heilen lassen zu können. Das bringt sie zur Auslese und zu dem Mann, der ihr das Herz gebrochen hat. 

Arvelle hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Als Leser darf man sie als mutige und starke Frau kennen lernen, die aber zum Teil auch sehr verbittert ist. Sie hat nicht nur ihre beste Freundin verloren, sondern auch ihre Mutter und musste jahrelang ihrer großen Liebe hinterher trauern. Zudem trägt sie die Verantwortung für ihre jüngeren Brüder - wer würde da nicht unter solch einer Last kaputt gehen? Aber sie schlägt sich tapfer durch die Geschichte und gibt sogar eine Prise Humor preis. Das hat mir gut gefallen, denn ihrer ist meinem nicht ganz unähnlich. Natürlich durfte in dieser Geschichte die Spannung und das Blut fehlen, auch wenn es zum Teil sehr makaber ist. Außerdem gibt es natürlich das berühmt berüchtigte Prickeln zwischen ihr und Tiernon, dem Primus. Ihre Geschichte ist eine Mischung aus Enemies-To-Lovers und Second-Chance. Ich mag den Vibe der Beiden und die erste spicy Szene kam verhältnismäßig spät in dem Buch. Ich wäre auch gut ohne ausgekommen, aber man wird ja nicht gezwungen, diese zu lesen... Das Ende hat mich natürlich neugierig auf den zweiten Band gemacht, den ich mir hoffentlich bald holen kann... 

        

Ergreifend und tiefgründig



Vios Lebensgeschichte hat mich sehr berührt: aufgewachsen in Rumänien um als kleines Kind nach Deutschland zu kommen, wo alles fremd ist und wo sie versucht, sich anzupassen und mit der Menge mitzuschwimmen. Aus der Erzähler-Perspektive beschrieben begleiten wir sie durch die gesamte Kindheit in Deutschland bis hin zu ihrer Pubertät. Parallel dazu erzählt die Autorin ihre Geschichte  als junge Mutter in der Ich-Perspektive, die nach einem Unfall, bei dem ihr Kind Narben davon getragen hat, in die Depressionen und Schuldgefühle abrutscht, da sie die Werte und Normen, die sie als Kind von ihren Eltern nach der Auswanderung nach Deutschland eingetrichtert bekommen hat, nicht ganz ablegen konnte und auf ihre Tochter überträgt. Die Perspektive hat mir am Besten gefallen, denn ich bin ebenfalls Mutter von einem Kindergartenkind und habe mich in ihr zum Teil wieder gefunden. Aber ich fand auch schade, dass sie sich wegen dem Unfall, der wirklich schlimm ist und mir selbst das Mutterherz gebrochen hat, sich so gehen lassen hat und fast an den Schuldgefühlen erstickt wäre. Dabei konnte man ihr Verhalten und ihre Einstellung dazu gut nachvollziehen, denn neben dem Drang, sich anzupassen und in der Menge nicht aufzufallen, spielt das gute Aussehen der Frauen der Familie eine zentrale Rolle.  Angefangen hat es bei ihrer Vorfahrin, deren Perspektive wir auch begleiten dürfen. Sie möchte selbstbestimmt leben, aber ihr gutes Aussehen wird ihr zum Verhängnis und führt zu einem Fehler, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und fast zerstört. Ihre Großmutter und Mutter haben aber die Werte angenommen und Generation für Generation weitergegeben, bis zu Vios Tochter, deren Schicksal diese Kette durchbrochen hat. Ob Vio diese geerbte Haltung abgeben kann und nach vorne blicken kann? Das muss man selbst lesen! 


Die Autorin hat eine wunderbare Art zu schreiben und sie hat mich sehr mit ihren Erzählungen gefesselt. Sie versteht es, ihren Figuren Leben einzuhauchen und ihre Emotionen so darzustellen, dass man als Leser alles mitfühlen kann. Es ist eine Familien-Geschichte, die aktueller nicht sein könnte und die jede Oma, Mama und Tochter lesen sollte. 

        

Dienstag, 17. Februar 2026

Spannendes Buch - nicht nur für Kinder



Ja es ist ein Kinderbuch und ja, ich bin Erwachsen. Dennoch haben mich der Plot und das wunderschöne auffällige Cover angesprochen. In der Leseprobe konnte man bereits Astrid kennen lernen, die im Rhabarberschuppen aufwächst. Klingt skurril, ist es auch. Aber ich - selbst Mutter - wollte wissen, warum ihre Mutter das tut und wie es Astrid im Laufe der Geschichte ergeht. Beim Lesen wurde ich nicht enttäuscht. Astrid erlebt ein spannendes Abenteuer nach dem anderen und man schließt das Mädchen und seine Freunde sehr ins Herz und fiebert mit. Dabei wird es nicht langweilig. Die ein oder andere Szene oder Situation hätte man ein bisschen ausbauen können, aber man darf nicht vergessen, dass es ein Buch für junge Leser ist. Die gilt es bei Laune zu halten - was der Autorin gelingt. 


Das Setting und Worldbuilding tun ihr übrigens. Eine Stadt über London: sehr gut umgesetzt und ziemlich originell. London dient eh gern als Schauplatz für allerlei Geschichten und auch hier ist es die richtige Stadt. Zumal sie ja jeder kennt. 


Es ist ein absoluter gelungener Auftakt für die Trilogie und ich freue mich auf den zweiten Band.