Mittwoch, 19. August 2026

Nur mäßig spannend



Der erste Fall von Bridge und Ward klingt ja an sich schonmal interessant: man lernt ein neues Ermittler-Duo kennen, steigt in einen vielversprechenden Fall mit ein und das vor einer passenden Kulisse. 

Nicola Bridge ist der neue Detective, nachdem sie in ihre Heimat zurück gekehrt ist. Schell kristalliert sich heraus, dass sie einige Probleme hat und diese für die Rückkehr verantwortlich sind. Aber ehe man als Leser erfährt, was genau bei ihr schief gelaufen ist, taucht man mit ihr und dem Polizei-Neuling DC Harry Ward in die Ermittlungen um den ermordeten Pub-Wirt ein. 

Die erste Hälfte war an sich gut zu lesen und ich bin gut in die Geschichte eingestiegen. Auch wenn viele Figuren eine Rolle spielen und jeder mit jedem irgendwas zu tun hatte, habe ich dank der übersichtlichen Szenen den Überblick behalten. Nicola und Harry sind ein interessantes Duo, was sich als Ermittler-Team erst einmal finden muss. Diese Entwicklung zu begleiten war schön und interessant. Man erfährt auch immer mehr über Nicoles privates Problem und die Dynamik in ihrer dreiköpfigen Familie. Aber der zweiten Hälfte habe ich aber allmählich die Motivation verloren, denn bei den Ermittlungen gab es dann zu viele offene Fäden und auch die große Spannung hat irgendwie gefehlt. Der Spannungsbogen hat ist linear verlaufen und irgendwann war es mir zu langweilig und zäh.

Das Setting selbst ist schön und es ist ein guter Thriller für die anstehende cozy Jahreszeit, aber für mich war es nicht unbedingt ein Lese-Highlight. 
        

Dienstag, 21. Juli 2026

Ein Buch voller Erwartungen und Sommer


Ivona steckt mit Ende 30 in ihrem Leben fest. Sie wohnt wieder Zuhause und muss den finanziellen Bankrott von ihrer Familie abwenden. Dabei sieht sie zu, wie ihr Exmann Vlaho das Leben führt, was sie sich für sie beide angedacht hat. Die Beziehung der Beiden ist sehr vielschichtig und tief. Egal ob man die Anfänge der Beiden begleitet, ihre größte Not oder ihr Leben danach - man fühlt zwischen jeder Zeile die Verbundenheit. Interessant ist auch die Rolle von Vlahos neuer Frau und zeitgleich Ivonas Freundin. Lange durschaut man diese nicht, bis sie am Ende Sinn ergibt. 


Ivona bekommt die Chance auf einen Neuanfang und muss sich mit ihrem Leben, ihren Erwartungen an sich und die der anderen auseinandersetzen. Dabei stellt sie sich die Frage, ab wann darf oder muss sie egoistisch sein und darf es andere verletzen? Auf der Suche nach der Antwort überschlagen sich die Ereignisse und dann muss sie entscheiden, ob sie nach vorne schauen möchte und ihr Leben leben oder ob sie weiterhin an den Scherben ihres Lebens festhalten möchte um die Erwartungen anderer erfüllen. Denn das ist das Kernthema des Buches. Mit Ende 30, wo andere Frauen mit beiden Beinen im Leben stehen, hat Ivona die Chance, ihres endlich zu leben. Die Aufarbeitung und der Umgang mit den Situationen hat mir sehr gut gefallen. Ich bin selbst Mitte Dreißig und konnte mich deshalb in Ivona reinfühlen. 


Außerdem fand ich das Feeling in dem Buch toll: sommerliche Leichtigkeit gepaart mit Romantik, Erotik und Nostalgie.

Eine perfekte aber nicht ganz einfach gehaltene Lektüre für den Sommer(-Urlaub).

        

Montag, 20. Juli 2026

Ein Pageturner mit Plottwist


Ryan Shipley kehrt zurück in die Stadt, in der sie aufgewachsen ist und in der ihr Vater als Serienmörder traurige Berühmtheit erlangt hat. Natürlich gibt sie ihren wahren Namen - Gabrielle Thorn - nicht preis. Aber die Bewohner wollen antworten und sind zu allen bereit, die Wahrheit zu erfahren. Das bringt Ryan ins Bedrängnis und die Schlinge aus ihrer Familiengeschichte zieht sich immer enger. Sie steht das aber sehr gut durch und ich muss sagen, ich mochte dieses starke Mädchen, was sich unabhängig von ihrer Familie ein Leben aufbauen möchte. Natürlich ist es nicht leicht für sie und gefühlt auf jeder Seite muss sie Hindernisse überwinden, aber ich habe es gerne begleitet. Zudem gab es jede Menge Gänsehaut-Momente, die wirklich fesselnd und gruselig waren. Zwischendrin gab es aber auch ein paar romantische Momente, die sich gut in die Story eingefügt haben. Leider bediente sich die Autorin an einigen Highschool-Klischees, die bei mir für Augenrollen gesorgt haben, aber dem Lesevergnügen kein Abbruch getan haben.