Johannas Mann - der Pfarrer - stirbt und hinterlässt bei ihr Wut und Verzweiflung. Sie schwankt zwischen der unfassbaren Realität und der toxischen Vergangenheit hin und her, bis sie wirklich realisiert, dass er nicht mehr da ist und dann stößt sie auf Ruths Vergangenheit. Stück für Stück blättert sie ihr altes "Ich" ab und wagt einen mutigen Schritt.
So ungefähr kann man den Inhalt zusammen fassen und es war interessant, diesen Prozess zu begleiten. Sie selbst hat sich nicht mehr so richtig als Frau wahrgenommen und nun, nachdem sie den Fesseln der Ehe entkommen ist, blüht sie wieder auf. Anfangs dachte man, sie zerbricht an der Trauer um ihren toten Ehemann, doch mit der Zeit kam immer mehr die Wahrheit ans Licht und zwar soweit, bis das Entsetzen Platz eingehalten hatte. Das war fesselnd und wirklich wuchtig. Johanna selbst hat Feuer, doch die Jahre hat dieses Feuer soweit ersticken lassen, dass es nur noch schwelte, bis es endlich wieder brennen darf.
Neben Johannas Geschichte lernen wir auch Ruths Lebensgeschichte kennen. Trotz der zeitlichen Trennung gibt es Parallelen zwischen den Leben der beiden Frauen, bis sich diese kreuzten. Und das war eines der Highlights in dem Buch. Ab da wirkt das Buch, als wäre es eine komplett neue Geschichte - nicht nur für den Leser, sondern auch für die Protagonisten selbst.
Der Schreibstil der Autorin war gefühlvoll, aber auch unverblümt. Sie nimmt keinen Blatt vor dem Mund und auch die Protagonistinnen kommen ein bisschen "frech" daher. Aber dennoch wirken sie sehr sympathisch und eben auch, wie eine Frau sein kann und darf.
Alle in allem ist dieses Buch eine wirklich gelungene Lektüre.
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