Axel S. Meyers neuer Roman „Die Herren der See“ kommt wie ein Gemälde daher. Auf dem Cover sind zwei gemalte mittelalterliche Kriegsschiffe auf hoher See zu sehen. Im Hintergrund kann man eine alte Landkarte erahnen. Der Stil passt zum Inhalt, der zweiten Hälfte des 15 Jahrhunderts spielt, als die Hansen und die Engländer einen erbitterten Seekrieg führten. Der junge Protagonist Till, ein Kaufmann, gerät durch Zufall in den Konflikt und verliert seine Ware und somit sein Ticket in die Heimat. Er weiß sich nicht anders zu helfen und heuert bei dem berüchtigten Paul Beneke an. Auf dessen Schiff „Mariendraken“ lernt er nicht nur den grausamen Krieger näher kennen sondern auch sich selbst.
Auch wenn der Autor die ein oder andere politische Info einfließen lässt, so steht doch die Geschichte um den jungen Till Landers im Vordergrund. Ein junger ehrgeiziger Mann, der mit seiner kostbaren Ware den Vater seiner Geliebten davon überzeugen will, dass er der Richtige für seine Tochter ist. Doch der Seekrieg gerät ihm in die Quere und so ist er gezwungen, andere Wege zu beschreiten und über sich hinaus zu wachsen. Die Abenteuer über ihn sind spannend dargestellt und die Spannungsbögen kommen zum Teil kurz nacheinander. Die direkte und unverblümte Art des Autors sticht dabei besonders hervor. Fast schon sadistisch stellt der Gewalttaten und Unglück dar. Seine Protagonisten und auch die Leser müssen schon hart gesotten sein. Aber es passt gut in die (Abenteuer-)Geschichte und hat seinen berechtigten Platz dort. Er hat außerdem ein Händchen für tiefgründige Charakter, die auf dem ersten Blick oft nicht das sind, was sie zu sein scheinen. Auch die Vielfältigkeit der Charakter ist ein weiterer Pluspunkt für die Geschichte und macht diese lebendiger und vielfältiger.
Ohne zu viel vorweg zu nehmen, muss auch das Ende erwähnt werden. Es hat bei mir viele Fragen aufgeworfen, die ich mir aber im Nachhinein selbst beantworten konnte. Er hat das Ende nicht zu einem blumigen Happy-End ausgeschlachtet, sondern die Richtung angedeutet, in die es gehen soll und der Rest ist der Fantasie des Lesers überlassen. Das fand ich sehr spannend und so bleibt das Buch auch noch länger im Kopf.
Insgesamt unterhält der historische Roman mit Abenteuer-Elementen sehr gut und sorgt für kurzweilige Lesestunden.
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