Ein Schloss aus Silber und Eisen beherbergt nicht die klassischen Protagonisten, die man auf Anhieb mag und die die wahren Helden sind. Schon zu Beginn an, möchte man die Protagonisten Maren und Will anschreiben, schütteln und klopfen. Beide benehmen sich so ungeheuerlich falsch und wie Feiglinge. Gerade am Anfang der Geschichte, als Maren Will heiraten muss, könnte man gerade Will in die Ferne jagen. Er ist unhöflich zu Maren und sehr eitel. Er macht sich auch mehr Gedanken darum, was der Inseladel von Beli von ihm halten könnte, als um seine alte Freundin. Die wiederum frisst ihr Leid in sich hinein und bemitleidet sich arg schnell. Doch eine Königswahl muss gewonnen werden und während Will rudert, bekommt Maren einen kühlen Kopf und übernimmt unterstützt ihn. Sie braucht Will als König, um ihr armes Land zu retten. Doch der Inseladel hat es auf die Beiden abgesehen. Dazu kommt, dass in den Winternächten Ungeheuer und Bestien das Schloss nachts durchstreifen. Menschen sterben und das Volk lebt in Angst. Ein Glück, dass der geisterhafte Anuaq Maren hilft, diese Nächte zu überstehen. Zudem findet sie in Ilinil, einem ehemaligen Nomaden-Mädchen eine neue Freundin und die schwarzen Witwen unterstützen Maren und Will bei dem Kampf um die Monster ebenso. Doch der Krux an der Geschichte: Nichts ist, wie es scheint. Viele tragen Masken und einige sehen die wahre Schönheit der Menschen und andere nicht. Wer ist jetzt Gut? Wer ist Böse? Und vor allem, wer ist hier der wahre Held? Das findet man heraus, wenn man die Geschichte selbst liest. Aber Achtung liebe Bücherfreunde: Lasst euch nicht von falscher Schönheit blenden und versucht auch in den weniger gut aussehenden Personen die wahre Schönheit und die wahre Stärke zu erkennen. Und lasst die Finger von zu viel Rosenwein, nicht, dass ihr noch den magischen Sommerrosen zum Opfer fallt.
Der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm und das Buch ist perfekt geeignet, es in einem Rutsch durchzulesen. Die Wutausbrüche über die Figuren und das Weinen zwischendurch könnte einen davon abhalten, aber davor bleibt man bei dieser Story nicht gefeit. Und dafür liebe ich dieses Buch. Es ist so anders als andere Geschichten. Man wird immer wieder neu überrascht und die Figuren zeigen immer wieder neue Facetten. Und die Hauptfiguren muss man erst lieben lernen. Aber das gelingt dank der geschickten Erzählkunst der Autorin ganz von allein. Am Ende des Buches habe ich mich mit Maren und Will versöhnt. Vorerst, wer weiß, was in Band Zwei geschieht...? Eins weiß ich aber: Das Setting wird nicht enttäuschen. Auch wenn man denken könnte, Harald Glöööckler und Victoria Swarovski persönlich sind für den ganzen Prunk im Schloss der tausend Spiegel verantwortlich, ist die Welt wunderschön. Die Natur ist schön beschrieben und Beli ist eine wunderschöne Insel. Ich freue mich, dahin zurück kehren zu können
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen