Maeve Chambers fühlt sich im Gegensatz zu ihrer Familie
voller Genies wie eine Idiotin. In der Schule bekommt sie mit Hängen und Würgen
mittelmäßige Noten und sie schafft es gerade so, mit Mädchen in der mittleren
Beliebtheitsstufe befreundet zu sein. Dafür hat sie aber ihre beste Freundin
Lily verprellt. Eines Tages muss sie zur Strafe einen Raum in ihrer Schule
aufräumen und findet dabei mysteriöse Tarot-Karten. Schnell macht es in der
Schule die Runde, dass Maeve sich damit auskennt. Und tatsächlich: Die Karten
scheinen zu ihre eine Art Verbindung aufzubauen. Als sie eines Tages für ihre
ehemals beste Freundin die Karten legt, zieht diese die gruseligste Karte: die
Mamsell. Am nächsten Tag verschwindet Lily und nun versucht Maeve zusammen mit
Lilys Bruder Roe und ihrer neuen Freundin Fiona, sie wiederzufinden.
Ich musste beim Lesen schnell feststellen: dieses Buch ist
voller Überraschungen. Ständig passiert etwas Unerwartetes und der
Spannungsbogen schnellt ständig nach oben. Viel Zeit zum Luft holen bleibt
dazwischen nicht. Aber auch die Protagonisten, allen voran Maeve, sind immer
für Überraschungen gut und zeigen im Laufe der Geschichte neue Seiten an sich.
Dabei wurde mir Maeve immer unsympathischer. Anfangs wusste
ich nicht, wie ich sie einschätzen sollte. Einerseits fühlt sie sich in vielen
Bereichen unsicher und unbeliebt, aber andererseits bringt sie Aussagen, die
nur vor Selbstbewusstsein so strotzen, wo ich nur dachte: „Whooooa, was geht
jetzt bitte ab.“ Diese Aussagen und auch die Gedankengänge, haben immer öfter
diese Richtung eingeschlagen und Maeve hob im Laufe der Geschichte immer mehr
ab und musste von ihrem Umfeld unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück
geholt werden. Doch Maeve hat auch positive Charaktereigenschaften, denn unter
anderem ist sie äußerst tolerant. Vor allem ihrer lesbischen Schwester Jo ihrem
non-binären Freund Roe gegenüber. Das Wiederum hat mir sehr imponiert, dass
eine Sechzehnjährige so aufgeklärt und erwachsen damit umgeht.
Allgemein findet hat Thema Toleranz und auch Missachtung
gegenüber der LBTQIS+ -Gemeinde einen großen und festen Platz in der Geschichte
und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Wir treffen auf
verschiedene Haupt-und Nebenfiguren, die dieser Community angehören und ihre
Sorgen und Probleme werden realistisch und klar aufgezeigt. Das hat mir sehr
gut gefallen, da dieses Thema so aktuell wie noch nie ist.
Das Thema Tarot und Esoterik ist natürlich das Hauptthema
und auch der Grund, weshalb ich neugierig auf das Buch war. In meiner Teenager-Zeit
hatte ich damit einige Berührungspunkte und ich konnte mich der Faszination, die
darüber in der Geschichte herrscht, ebenfalls nicht entziehen.
Es war eine schöne, spannende und fantasievolle Geschichte,
deren Protagonisten uns noch viel lehren und beibringen können. Ich freue mich
auf die Fortsetzung.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen