Dienstag, 13. Juli 2021

Rezension zu "All your hidden gifts- Die Macht der Karten" von Caroline O´Donoghue

 


Maeve Chambers fühlt sich im Gegensatz zu ihrer Familie voller Genies wie eine Idiotin. In der Schule bekommt sie mit Hängen und Würgen mittelmäßige Noten und sie schafft es gerade so, mit Mädchen in der mittleren Beliebtheitsstufe befreundet zu sein. Dafür hat sie aber ihre beste Freundin Lily verprellt. Eines Tages muss sie zur Strafe einen Raum in ihrer Schule aufräumen und findet dabei mysteriöse Tarot-Karten. Schnell macht es in der Schule die Runde, dass Maeve sich damit auskennt. Und tatsächlich: Die Karten scheinen zu ihre eine Art Verbindung aufzubauen. Als sie eines Tages für ihre ehemals beste Freundin die Karten legt, zieht diese die gruseligste Karte: die Mamsell. Am nächsten Tag verschwindet Lily und nun versucht Maeve zusammen mit Lilys Bruder Roe und ihrer neuen Freundin Fiona, sie wiederzufinden.

Ich musste beim Lesen schnell feststellen: dieses Buch ist voller Überraschungen. Ständig passiert etwas Unerwartetes und der Spannungsbogen schnellt ständig nach oben. Viel Zeit zum Luft holen bleibt dazwischen nicht. Aber auch die Protagonisten, allen voran Maeve, sind immer für Überraschungen gut und zeigen im Laufe der Geschichte neue Seiten an sich.

Dabei wurde mir Maeve immer unsympathischer. Anfangs wusste ich nicht, wie ich sie einschätzen sollte. Einerseits fühlt sie sich in vielen Bereichen unsicher und unbeliebt, aber andererseits bringt sie Aussagen, die nur vor Selbstbewusstsein so strotzen, wo ich nur dachte: „Whooooa, was geht jetzt bitte ab.“ Diese Aussagen und auch die Gedankengänge, haben immer öfter diese Richtung eingeschlagen und Maeve hob im Laufe der Geschichte immer mehr ab und musste von ihrem Umfeld unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt werden. Doch Maeve hat auch positive Charaktereigenschaften, denn unter anderem ist sie äußerst tolerant. Vor allem ihrer lesbischen Schwester Jo ihrem non-binären Freund Roe gegenüber. Das Wiederum hat mir sehr imponiert, dass eine Sechzehnjährige so aufgeklärt und erwachsen damit umgeht.

Allgemein findet hat Thema Toleranz und auch Missachtung gegenüber der LBTQIS+ -Gemeinde einen großen und festen Platz in der Geschichte und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Wir treffen auf verschiedene Haupt-und Nebenfiguren, die dieser Community angehören und ihre Sorgen und Probleme werden realistisch und klar aufgezeigt. Das hat mir sehr gut gefallen, da dieses Thema so aktuell wie noch nie ist.

Das Thema Tarot und Esoterik ist natürlich das Hauptthema und auch der Grund, weshalb ich neugierig auf das Buch war. In meiner Teenager-Zeit hatte ich damit einige Berührungspunkte und ich konnte mich der Faszination, die darüber in der Geschichte herrscht, ebenfalls nicht entziehen.

Es war eine schöne, spannende und fantasievolle Geschichte, deren Protagonisten uns noch viel lehren und beibringen können. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen