Dienstag, 16. März 2021

Rezension zu "Sommernacht" von Lucy Foley


Julia und Will heiraten und dafür hat die Braut eine Location auf einer irischen Insel gebucht. Exclusiv und einmalig soll es sein. Wie ihre Location hat sie auch die Gästeliste und die Sitzordnung detailliert geplant. Doch sie kann nicht verhindern, dass sich Wills Freunde wie eine Horde Wilde benimmt und ihre Halbschwester nicht so richtig mitzieht. Ganz zu schweigen von ihren Eltern… Aber nichts, was Jules mithilfe der Hochzeitsplanerin unter Kontrolle bekommen würde. Doch während des Hochzeitswochenendes muss sie feststellen, dass ihr Ehemann Geheimnisse hat. Doch nicht nur er hat schwarze Flecken auf seiner weißen Weste. Als dann in der Hochzeitsnacht noch eine Leiche entdeckt wird, bricht komplett das gesamte Kartenhaus zusammen.

Die Geschichte hat mich von Anfang gepackt. Sie wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Jules, Hannah (die Begleitung des Trauzeugen der Braut), Aofe (die Hochzeitplanerin), Will, Olivia (die Schwester der Braut) und Jonnoh (der Trauzeuge des Bräutigams). Alle diese Protagonisten haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, aber wahren nach außen hin einen Schein. Dies wird ihnen im Laufe des Wochenendes teuer zu stehen kommen…

Die Autorin hat es geschafft, unterschwellig eine Bedrohung und eine gewisse Zwietracht zwischen den Gästen zu erschaffen, ohne dass diese zu sehr in den Vordergrund gerückt wird. Es schwelt, während alle das Glück des jungen Paares feiern und dabei in der Vergangenheit schwelgen. Eifersucht, Neid und Missgunst brechen hier und da hervor, aber kommen nicht ganz heraus. Man muss viel zwischen den Zeilen lesen. Die Autorin gewährt uns hierbei nur stückchenweise Einblick in das Seelenleben der Figuren, bis am Ende ungeahnte Geheimnisse ans Licht kommen.

Zusätzliche Spannung wird dadurch aufgebaut, dass die Autorin auf zwei Zeitebenen arbeitet. Sie schildert nach und nach die Ereignisse der Hochzeitsnacht und zwischen den Passagen springt sie immer zu früheren Zeitpunkten an dem Hochzeitswochenende. Dabei kann man als Leser verfolgen, wie die Emotionen immer weiter hochkochen und sich anschließend zuspitzen. Das ist genau das, was mich an dem Buch so gefesselt hat. Die dunklen Seiten der Protagonisten, der schwelende Neid und Abscheu untereinander bis hin zum Mord in der Hochzeitsnacht. Der Täter ist dennoch eine Überraschung und bleibt bis kurz vorm Ende geheim. An Twists spart die Autorin auch nicht.

Ein durchgehend gelungener Thriller mit vielseitigen Protagonisten und einigen (bösen) Überraschungen.


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