Die Autorin nimmt uns mit auf eine besondere Reise im Sonderzug nach Edinburgh. Am Vorabend zu Weihnachten steigen wir in den nostalgischen Zug und finden uns in einem bunt zusammen gewürfelten Abteil wieder. Einmal sitzen da der betagte Albert mit seinem sprechenden Vogel Polly, dann haben wir Gary, der in sein Laptop vertieft ist und ihm gegenüber sitzt Jessie, die sich auf ihre Familie freut aber jetzt schon den Großstadttrubel vermisst und dann haben wir noch den kleinen Kyle mit seiner Mutter, die sich ein besonderes Weihnachtsfest für ihn wünscht. Anfangs ist die Stimmung leicht fremd bis angespannt und jeder ist für sich, abgesehen von ein paar trägen Gesprächen. Kyle taut dann aber etwas die Stimmung auf, als er mit Garys Hund Freundschaft schließt. Doch unsere Reise muss aufgrund des starken Schneefalls notgedrungen pausieren. Da rückt das ganze Abteil zusammen und zarte Bande knüpfen sich. Man lernt die anderen Passagiere besser kennen und erfährt viel über ihre Leben und man merkt, dass alle ihr Päckchen zu tragen haben. Jedes Päckchen wiegt allein schwer, aber zusammen fühlt sich doch alles ein bisschen leichter an. Und Weihnachten lässt sich in der Gruppe doch auch am Besten feiern, oder?
Das Buch hat mich wirklich überzeugt und trotz zum Teil spätsommerlichen Temperaturen von 25 Grad hat mich die weihnachtliche Stimmung sofort in den Bann gezogen. Ich konnte den großen Weihnachtsbaum in Londons Kings Cross sehen, ich konnte die kalte Luft spüren und den warmen Tee riechen. Auch die Figuren selbst waren vielschichtig und der erste Eindruck hat sich bei allen nicht unbedingt bestätigt. Was natürlich meistens so ist. Manchmal mag man einen Menschen nicht auf Anhieb, aber wenn man ihn besser kennen lernt kommen ganz tolle Seiten zum Vorschein. So auch hier in diesem Buch.
Alle haben auch Schicksalsschläge hinter sich oder durchleben gerade eine schwere Zeit. Doch im Laufe des Buches gewinnen sie alle neue Erkenntnisse und erleben so ihre eigenen Weihnachtswunder. Es ist also eine tiefgründige Geschichte, die sich trotzdem leicht lesen lässt und nicht ganz so schwer wiegt. Nach dem Leser hat man ein gutes Gefühl und verlässt bereichert den Sonderzug inmitten der winterliche Idylle Schottlands.

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